21.May 2012 00:49

28.4.2006

Warum beim DSL-Speed Theorie nicht immer gleich Praxis ist

Anbieter von DSL-Verbindungen werben oft mit grandiosen Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung. Die reale Geschwindigkeit beim Surfen durch das Internet liegt jedoch meist unter diesem Maximalwert. Woran liegt das?

Natürlich ist man mit einem DSL6000 Anschluss meist schneller im Netz unterwegs als etwa mit einem DSL2000 Anschluss. Dennoch handelt es sich bei den angegebenen Zahlen um Maximalwerte. So bedeutet DSL2000 beispielsweise, dass MAXIMAL 2048 KBit an Daten pro Sekunde vom Internet auf Ihren Rechner übertragen werden können. Die reale Geschwindigkeit der Datenübertragung hängt aber von verschiedenen Faktoren ab und erreicht den Maximalwert eher selten. Zu diesen Faktoren gehört beispielsweise die Auslastung des Servers, von dem die Daten geladen werden. Nehmen viele denselben Server in Anspruch, so muss er viel leisten, um allen die gewünschten Daten zur Verfügung zu stellen und dadurch leidet die Geschwindigkeit des Transfers. Sie leidet ebenfalls, wenn die Datenleitungen stark ausgelastet sind, also viele Internetnutzer auf denselben Pfaden unterwegs sind. Auch Ihr eigener Computer kann die Geschwindigkeit drosseln. Beispielsweise wenn Sie mehrere Programme geöffnet haben, die Daten laden möchten. Sie holen zum Beispiel gerade Mails ab, daneben läuft eine Datentauschbörse und Sie hören Internetradio. Dann bremsen sich die Programme eventuell gegenseitig.

Daten können auch nur so schnell geladen werden, wie sie zur Verfügung stehen. Funktioniert der Upload langsam, so kann der potenzielle Download noch so schnell sein. Die langsamere Verbindung bestimmt die Geschwindigkeit der Übertragung. Provider können zudem einstellen, wann sie welche Datenpakete übertragen. So können sie beispielsweise festlegen, erst vier Datenpakete für Mailverkehr oder den Aufbau von Internetseiten zu verschicken und dann erst ein Datenpaket für den Tausch von Dateien. Wer solche Austauschprogramme für Dateien häufig nutzt, hat hier also das Nachsehen. Insbesondere die Geschwindigkeit bei der Nutzung von file-sharing-Programmen wird von Providern manchmal bewusst gedrosselt, um so genannte Power-User abzuschrecken. Diese "Power User" sind quasi Tag und Nacht online und nutzen ihre Flatrates für sehr viele Downloads von Musik und Filmen. Viele Provider sehen diese Vielnutzer sehr ungern, weil sie das Angebot, zum Festpreis ständig online sein zu können, extrem ausnutzen.

Die erreichbare Geschwindigkeit ist auch abhängig von der Länge der Kabelverbindung zwischen dem angeschlossenen Computer und der Vermittlungsstelle. Längere Kabelwege wirken sich negativ auf die verfügbare Bandbreite aus. Die Vermittlungsstellen müssen mit DSL-Technik ausgerüstet sein und dürfen deshalb nicht zu weit vom eigenen Standort des DSL-Nutzers entfernt sein (etwa fünf Kilometer sind ein Richtwert). DSL-Technologie würde nicht oder nur sehr eingeschränkt funktionieren, befände sich die nächste Vermittlungsstelle in mehr als fünf Kilometer Entfernung.

Schließlich können auch "nicht-optimale" Einstellungen in Betriebssystemen, wie Windows, die Geschwindigkeit drosseln. Als Abhilfe existieren Tuning-Programme, die die Geschwindigkeit erhöhen können. So genannte Download-Manager-Programme können für einen schnelleren Download von Dateien sorgen. Wer die Geschwindigkeit seiner Internetverbindung aktuell messen will, kann dies auf verschiedenen Seiten im Internet machen. Geben Sie einfach die Worte "Geschwindigkeit", "DSL" und "Messung" in Suchmaschinen, wie Google oder Yahoo ein und suchen Sie sich eine passende Variante eines solchen Messprogramms.

von Dine25 am 08.06.2006

Was heisst den aha? War doch klar, dass man mehr zahlt, als nötig und dafür weniger bekommt, oder?

von lang87 am 07.06.2006

aha