19.12.2005
VDSL schneller geht nicht
VDSL ist eine Highspeedvariante von DSL, die Datenübertragungen zwischen 13 MB und 55 MB pro Sekunde erlaubt. Mit dem Nachfolger VDSL2 sollen für das Herunterladen von Daten auf den Computer gar Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit pro Sekunde realistisch werden.
Die Abkürzung VDSL steht für "Very High Data Rate Digital Subscriber Line". Ein Problem bei der Einführung von VDSL ist die Tatsache, dass Datenübertragung mit dieser Technologie nicht problemlos über weite Entfernungen funktioniert. Anders als DSL benötigt VDSL kein reines Netz aus Kupferkabeln für die Datenübertragung. Vielmehr muss ein so genanntes Hybridnetz genutzt werden. Hybridnetze bestehen aus Leitungen mit unterschiedlichen Materialien. In diesem Fall handelt es sich um ein Netz, das aus einer Mischung von Glasfaser- und Kupferkabeln besteht.
Die Daten werden zunächst via Glasfaserkabel übertragen und auf dem letzten Stück Weg zum Computer mit Kupferkabeln. Die mit Kupferkabeln überbrückte Strecke darf jedoch nicht länger als maximal 1,5 Kilometer sein. In den Glasfaserkabeln werden Daten in hoher Frequenz mit Lichtimpulsen weitergeleitet. Als Vorteile gegenüber Kupferkabeln gelten beispielsweise höhere Bandbreiten bei der Datenübertragung und Abhörsicherheit bei der Übertragung von Audiodaten.
Um VDSL funktionstüchtig zu bekommen, benötigt man auch ein engmaschiges Netz aus so genannten Outdoor-DSLAMs. Mithilfe dieser Outdoor-DSLAMs funktioniert die Übertragung der Daten vom Glasfasernetz auf das Kupfernetz.
Das Hybridnetz kann auf verschiedenen Wegen realisiert werden. Es gibt beispielsweise folgende Varianten: "Fiber To The Home" (FTTH) und "Fiber To The Neighborhood" (FTTN). Bei der FTTH-Variante wird das Glasfasernetz bis an das Haus geführt, erst dann werden die Glasfaserkabel durch Kupferkabel abgelöst. Anders ist es bei der FTTN-Variante. In diesem Fall endet das Glasfasernetz in der Nachbarschaft des mit VDSL zu versorgenden Hauses. Bereits hier sorgt dann ein Outdoor-DSLAM für die Übertragung auf das Kupferkabel. Der Anteil von Kupferkabeln in dieser Variante eines Hybridnetzes ist höher als bei der FTTH-Variante. Und generell gilt, je geringer der Anteil von Kupferkabeln in Hybrid-Netzen ist, desto höhere Geschwindigkeiten beim Download von Daten werden erreicht.
Die Deutsche Telekom plant für die Jahre 2006/2007 insgesamt in 50 deutschen Großstädten VDSL anzubieten. Auf diese Weise soll so genanntes Triple Play realisiert werden. Triple Play bedeutet die gleichzeitige Übertragung von Internet, Fernsehen und Sprache durch Voice over IP. Beim Fernsehen wird HDTV möglich, das eine höhere Auflösung und damit bessere Bilder als bei herkömmlichen Fernsehstandards ermöglicht.
