21.2.2007
Was tun bei falschen DSL Rechnungen
Viele kennen den Ärger falscher Rechnungen vom DSL Anbieter. Geradezu automatisiert flattern Monat um Monat Rechnungen ins Haus, die ständig den gleichen Fehler enthalten. Mal ist stimmt die berechnete DSL Geschwindigkeit nicht mit der tatsächlich geschalteten überein, in anderen Fällen wird schlichtweg ein völlig falsches Produkt berechnet. Viele kleine DSL Anbieter halten ihre Rechnungen teilweise auch so einfach, dass der Kunde nicht mehr erkennen kann, aus welchen Einzelposten sich eine Abrechnung zusammensetzt.
Leider besteht auf Grund von falschen Abrechnungen kein Recht zu fristlosen Kündigung des abgeschlossenen Vertrages mit dem Provider. Das Ausstellen einer korrekten Rechnung ist nämlich nur eine so genannte Nebenpflicht, dass sich aus dem Vertragsverhältnis ergibt. Die eigentliche Hauptpflicht des DSL Anbieters besteht darin, den Kunden mit DSL und Telefon zu versorgen. Bei einer falschen Rechnung haben Sie nur die Möglichkeit, vom Provider eine Korrektur zu verlangen und die Zahlung solange zurückzuhalten. Alles was Sie mit dem Anbieter ausmachen oder besprechen, muss unbedingt schriftlich erfolgen, damit es später nachgewiesen werden kann. Idealerweise schreiben Sie jedesmal einen Brief wenn Sie eine falsche Rechnung erhalten. Um Porto zu sparen, können Sie Ihr Anschreiben auch faxen oder per Email versenden. Teilen Sie dem DSL Anbieter mit, warum Sie denken dass die Rechnung der Höhe nach nicht in Ordnung ist. Bitten Sie ihn die Rechnung mit einer bestimmten Frist zu korrigieren.
Wie sieht es mit den Kosten für teure Hotline Telefonate oder ständigen Briefwechsel aus? Leider auch nicht besonders gut für Sie als DSL Kunden. Der Provider ist zunächst nicht verpflichtet, diese Kosten zu übernehmen. Telefonate sollten aber ohnehin nicht geführt werden, da mündliche Absprachen im Falle einer juristischen Auseinandersetzung später schlecht belegt werden können. Müssen Sie wiederholt auf falsche Rechnungen schriftlich reagieren, heben Sie Faxbestätigungen oder eventuelle Einschreibebelege auf. Teilen Sie dem Anbieter mit, dass Ihnen durch seine falschen Rechnungen Kosten entstehen und listen Sie die bereits entstandenen Kosten auf. Machen Sie die bereits entstandenen Kosten jedoch nicht sofort geltend, sondern teilen Sie dem DSL Provider mit, dass er mit falschen Abrechnungen eine Nebenpflicht des Vertrages verletzt und sie deshalb zum Ersatz der vergeblichen Aufwendungen berechtigt sind. Flattern Ihn danach weiterhin fehlerhafte DSL Rechnungen zu, können Sie diese Ansprüche geltend machen und den Provider zur Zahlung auffordern. Allerdings müssen Sie dann auch damit rechnen, dass Sie Ihre Ansprüche auf Erstattung von Portokosten eventuell mit einem Anwalt durchboxen müssen.
Falls das Geschehen eskaliert und Ihr DSL Anbieter nach mehreren Aufforderungen zur Rechnungskorrektur, den DSL Zugang sperrt, haben Sie die Möglichkeit zur Kündigung des DSL Vertrages, da dann eine Hauptpflicht des Vertrages verletzt ist. Wichtig ist dann jedoch, dass Sie dem DSL Provider eine Frist setzen, um dem DSL Zugang wieder zu aktivieren. Teilen Sie ihm mit, dass Sie ihn mehrfach über falsche Rechnungen informiert haben. Zählen Sie alle Daten auf, an denen Sie ihn schriftlich informiert und zur Korrektur der Rechnung aufgefordert haben. Stellen Sie klar, dass es keinen Grund zur Sperrung des DSL Anschlusses gibt und der DSL Zugang innerhalb der gesetzten Frist wieder hergestellt werden muss.
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