21.May 2012 00:39

1.11.2005

DSL6000: Turbo fürs Internet oder Mogelpackung?

Datentransfer Das Unternehmen T-Com nutzte das Jahr 2005, um auch Privatleuten neue Rekorde beim schnellen Surfen im Internet zu ermöglichen. Neben einer Geschwindigkeit für den Download von Daten von bis zu 6016 kBit/s wird bei diesem Angebot gleichzeitig eine Geschwindigkeit von bis zu 576 kBit/s für den Upload versprochen. DSL 6000 ersetzt das bisherige DSL3000, der Preis ist aber gleich geblieben. Schnell zogen einige T-DSL-Reseller wie 1&1 oder GMX nach und haben mittlerweile ebenfalls DSL6000 im Angebot. Nicht für jeden Nutzer des Internets sind solche Geschwindigkeiten allerdings interessant und lohnenswert. Wer seinen Internetzugang etwa allein dafür nutzt, zu surfen und Mails abzurufen, ist auch mit langsameren Verbindungen bestens bedient. Eine sehr schnelle Verbindung wie bei DSL6000 lohnt sich nur, wenn man weitere Möglichkeiten des Internets nutzt und das mitunter gleichzeitig. Den Download von Filmen und kompletten Musikalben, Internettelefonie, das Verschicken großer Dateien. In diesem Fall mag man sich schnellste und sehr tragfähige Verbindungen wünschen. Die Frage bleibt, ob diese Wünsche mit DSL6000 erfüllt werden.

Getestet wurden die neuen Schnellverbindungen beispielsweise von der Internetplattform Netzwelt. Für diesen Test wurde eine DSL1000-Verbindung auf DSL6000 des T-DSL-Resellers 1&1 aufgestockt. Theoretisch wurde die Verbindung tatsächlich etwa 100-mal schneller als mit einem 56k Modem. Allerdings, so die Tester, nutzte das beim Surfen auf Internetseiten nicht so viel, da die Internetseiten sich gar nicht so schnell aufbauen konnten. Sie lieferten die erforderlichen Daten langsamer, als sie mit DSL6000 hätten empfangen werden können. Auch manch ein Rechner kommt da mit der möglichen Geschwindigkeit beim Seitenaufbau nicht mit.

Bei weiteren Tests des Datenempfangs brillierte die DSL6000-Verbindung eher selten mit einer Geschwindigkeit von mehr als 5500 kBit/s. Das ist nicht unbedingt langsam, aber doch weniger als die theoretisch möglichen 6016 kBit/s. Beim Upload erreichte die Geschwindigkeit etwa 520 kBit/s statt der theoretisch möglichen 576 kBit/s. DSL6000 bleibt also insgesamt etwas unter den theoretisch möglichen Geschwindigkeiten.

Fazit, der Download wird tatsächlich beinahe sechsmal so schnell wie beim DSL1000, der Upload jedoch erreicht jedoch nur die 4,5-fache Geschwindigkeit eines DSL1000-Anschlusses. Einen eigenen Geschwindigkeitstest für die eigene Internetverbindung kann man auf Seite unserer Seite durchführen. "Aufgrund von technischen Gegebenheiten kann es passieren, dass einige Kunden T-DSL 6000 nicht in voller Geschwindigkeit erhalten können", schreibt etwa der Autor Panagiotis Kolokythas in einem Artikel auf Pcwelt für T-DSL-Angebote.

Das Unternehmen T-Com bestätigt das in den FAQs auf seiner Internetseite indirekt. Dort heißt es, "Falls aufgrund physikalischer Einschränkungen am Anschluss die maximalen Übertragungsgeschwindigkeiten von T-DSL 6000 nicht erreicht werden, wird bei Neubeauftragung auf Wunsch T-DSL 6000 mit maximaler Downstreambandbreite von 3072 kBit/s bereitgestellt." Entscheidend wäre hier die Frage bei einem Beratungsgespräch, ob diese physikalischen Einschränkungen im individuellen Fall gegeben sind.