21.May 2012 00:38

27.11.2005

ADSL2 und ADSL2plus erweitern die Grenzen von ADSL-Anschlüssen

DSL 6000 ist als Highspeed-Verbindung ins Internet zurzeit in aller Munde. Viel schnellere Verbindungen kann die herkömmliche ADSL-Technologie allerdings wohl auch in Zukunft nicht bieten. Deshalb wurden neue Technologien wie ADSL 2 und ADSL 2+ entwickelt, um auch in Sachen Geschwindigkeit mit anderen Technologien wie Breitband-Internetanschluss via TV-Kabel oder Satellit konkurrenzfähig zu bleiben.

Die normale ADSL-Verbindung selbst kommt schon bald an ihre Grenzen. Glaubt man einem Artikel auf der Internetseite Tecchannel, so liegt die maximale Geschwindigkeit herkömmlicher ADSL Verbindungen theoretisch bei etwa 11,4 MB und in der Praxis wird die Obergrenze bereist bei 8 MB erreicht. Schneller wird es nicht. Längst bieten beispielsweise Anbieter von Internet via TV-Kabel weitaus größere Geschwindigkeiten. So hat der Anbieter Kabel BW eine Verbindung mit einem möglichen Download von bis zu 20 Mbit/s im Programm. Chancenlos ist die ADSL-Technologie dagegen nicht. Auch, wenn man sich beim Vergleich nur auf die Geschwindigkeit konzentriert. Weiterentwicklungen wie ADSL2 und die Erweiterung ADSL2+ geben technisch neue Impulse. Einen Vorteil bringen die DSL-Innovationen etwa gegenüber dem TV-Kabel auf jeden Fall mit. Die mögliche Bandbreite für den einzelnen User sinkt nicht mit der gleichzeitigen Nutzung des Kabels durch mehrere User. Bei der DSL-Verbindung handelt es sich nämlich um eine so genannte Punkt-zu-Punkt-Verbindung, die nicht unter Umständen von mehreren Nutzern gleichzeitig beansprucht wird.

ADSL2 greift auf ähnliche Ressourcen zurück wie der Vorgänger ADSL, nämlich auf so genannte Kupfer-Doppeladern. Die Frequenzen, in den die Signale übertragen werden, liegen beim Empfang von Daten auf den heimischen Computer bei maximal 1,1 Megahertz. Wie bei ADSL auch, liegt der Frequenzbereich damit über dem für Telefonate, denn für ein Telefongespräch mit ausreichend guter Qualität reichen 4000 Schwingungen pro Sekunde (4 Kilohertz) aus. Andere Frequenzen sind damit für andere Anwendungen frei. Mit der Erweiterung ADSL 2+ sind maximale Geschwindigkeiten des Downloads von theoretischen 24 Mbit/s möglich. Auch im Upstream steigert ADSL 2+ die Geschwindigkeit. Theoretisch sind hier 3,5 Mbit/s möglich, realistisch und praktisch geht man von etwa 1,5 möglichen Mbit/s aus.

Angebote für die Nutzung von ADSL 2 + gibt es bereits. Das Unternehmen Versatel beispielsweise bietet auf der technischen Basis von ADSL 2+ eine Flatrate mit bis zu 16 Mbit/s Downstream-Geschwindigkeit und bis zu 600 kbit/s Upstream-Geschwindigkeit an. Das Angebot ist allerdings bisher regional auf Berlin und Nordrhein-Westfalen begrenzt. Die Telekom wird nach Angaben der Financial Times Deutschland bis Mitte des Jahres 2006 ebenfalls zehn deutsche Städte mit Möglichkeiten für solch schnelle Verbindungen ausstatten. Schneller ist da AOL, das mit eigener Netz-Infrastruktur in einigen Städten wie Bremen und München völlig unabhängig von der Telekom ist. Laut AOL-Chef Stan Laurent will das Unternehmen ADSL 2+ in all den Städten, in denen AOL eigene Netze betreibt, bis zum Ende des Jahres 2005 anbieten.

Bereits jetzt ist auch für ADSL 2+ schon ein Nachfolger in Sicht, VDSL 2. Mit VDSL könnten Datenraten erreicht werden, die zwischen 50 und 100 Mbit/s liegen. Ein Ende des Geschwindigkeitsrausches ist also auch bei der DSL-Technologie noch nicht abzusehen.