5.4.2006
Wie funktioniert VoIP?
VoIP ist als preisgünstige Variante für herkömmliches Telefonieren in aller Munde. Sprachdaten werden dabei wie Dateien über das Internet übertragen. Wie genau funktioniert VoIP?
VoIP ist die Abkürzung für Voice over IP. VoIP wird dafür genutzt, um von Computer zu Computer miteinander sprechen zu können. Daneben ist auch eine Kommunikation via VoIP von Computer ins Telefon-Festnetz möglich.
Die Sprache wird bei VoIP für zwei Nutzer von Online-Computern über das Internet-Protokoll (IP) TCP/IP übertragen. Bei der Kommunikation vom Computer ins Telefon-Festnetz kommen andere Protokolle zum Einsatz. Protokolle wie TCP/IP teilen, grob gesagt, Daten in Datenpakete auf, die dann über das Netzwerk geschickt werden. Bei Voice over IP wird die Sprache digitalisiert. Sie liegt dann in Form von Daten vor, so wie auch eine Textdatei oder ein Bild im Computer. Und auch die Sprache wird durch das Protokoll in einzelne Datenpakete zerlegt, um anschließend übertragen zu werden.
VoIP ist beispielsweise in die meisten Messenger-Programme integriert, etwa in den Yahoo-, MSN- und AOL - Messenger. Skype ist ein klassisches und bekanntes Programm, das eigens für die Internettelefonie entwickelt wurde. Um angerufen werden zu können, muss man im Netz natürlich eindeutig identifizierbar sein. Im Netz ermöglicht das für eine Onlinesitzung eines Computers die so genannte IP-Adresse des Computers. Sie ist somit für VoIP in etwa vergleichbar mit einer Telefonnummer. Es gibt aber ein Problem bei der Geschichte: Die meisten Internetnutzer bekommen von ihrem Provider bei jedem Einloggen ins Internet eine neue IP-Adresse. Die Lösung: Es existieren Server mit festen IP-Adressen, die von einem Anrufer angesteuert werden. Dort wird dann automatisch die aktuelle IP-Adresse des potenziellen Telefonpartners abgefragt und die Gesprächspartner werden miteinander verbunden. Das ist eine sehr häufige technische Variante des VoIP. Für Anrufe vom Computer ins Festnetz existieren so genannte Internet-Telefon-Gateways. Gateways übersetzen die Datenpakete des VoIP in Signale, die auch von normalen Telefonen interpretiert werden können.
Neben passender Software benötigt man entweder ein Headset (Kopfhörer mit integriertem Mikrofon) oder, getrennt voneinander, Mikrofon und Lautsprecher. Ein so genannter Analog/Digital Umwandler wandelt die analogen Signale, die beim Sprechen ins Mikrofon entstehen, in digitale Signale um. Gleichzeitig funktioniert die Umwandlung auch umgekehrt und aus den digitalen Signalen werden hörbare analoge für Kopfhörer oder Lautsprecher. VoIP lässt sich auch mit normalen analogen Telefonen nutzen. Hierfür braucht man ebenfalls ein Unternehmen, das Kunden VoIP zur Verfügung stellt. Ein analoger Telefonadapter (ATA) verbindet das Telefon beispielsweise mit einem DSL-Modem. Spezielle IP-Telefone werden eigens für VoIP hergestellt. Und so genannte WiFi-Telefone sind die Handys des VoIP und ermöglichen ortsungebundenes Sprechen über so genannte Hotspots. Hotspots bieten kabellosen Zugang ins Internet, etwa auf Bahnhöfen, in manchen Restaurants und Flughäfen.
