22.5.2006
Playstation und X-Box an der Uni
Zocker, Gamer und Clans bekommen nun auch in Deutschland einen wissenschaftlichen Background. Nachdem vor knapp einem Jahr in den USA ein Lehrstuhl zur Untersuchung von Computerspielen eingerichtet wurde, zieht die TU Ilmenau nach. Dort gibt es seit Neuesten am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft eine "Professur zur Erforschung der Konzeption, Nutzung, Vermarktung und Wirkung von digitalen Spielen".
Immerhin spielen rund 20 Millionen Bundesbürger jeden Alters Sportspiele, Strategiespiele, Simulationen, Egoshooter oder Quiz- und Geschicklichkeitsspiele. Weltweit werden jährlich 30 Milliarden Euro für Computer- und Videospiele ausgegeben. Das sind 10 Milliarden weniger als der Jahresumsatz der Musikindustrie beträgt. Die Tendenz ist steigend. Das wissenschaftliche Interesse an den Möglichkeiten und Risiken sowie der Bedeutung dieser Freizeitbeschäftigung für die Gamer ist dementsprechend gewachsen. Insbesondere für Kinder und Jugendliche besteht eine Notwendigkeit einer pädagogischen und ethisch anspruchsvollen Gestaltung von Computer- und Videospielen.
An dem neuen Lehrstuhl "sollen sozial-, technik- und wirtschaftswissenschaftliche Kompetenzen interdisziplinär verzahnt werden, um der Komplexität digitaler Spiele Rechnung zu tragen. Damit wird die Professur deutschlandweit die Erste sein, die sich explizit der Erforschung von Computer- und Videospielen in ihrer Gesamtheit widmet", so Prof. Dr. Nicola Döring von der TU Ilmenau. Die Ausbildung soll im bilingualen (englisch-deutsch) Master-Studiengang "Kommunikations- und Medienwissenschaft" sowie im Bachelor-Studiengang "Angewandte Medienwissenschaft" stattfinden.
