12.6.2006
Sky DSL und T-DSL via Satellit mit Linux
Die Verbreitung von DSL nimmt in Deutschland immer weiter zu. In vielen Gebieten der Bundesrepublik ist herkömmliches ADSL über Kupferkabel bereits problemlos erhältlich. Leider geht der Trend der großen DSL Provider eher dahin, bereits erschlossene Gebiete schneller zu machen, als neue ländliche Regionen anzubinden. So ist es kaum verwunderlich, dass es immer noch viele Kunden gibt, die an einer so genannten Sky DSL Variante Interesse haben. Dabei werden die DSL Datenpakete über eine Satellitenschüssel empfangen und vom PC über die DVB Karte umgesetzt.
Wenn Sie mit Windows surfen, ist es recht einfach einen passenden Satelliten DSL Anbieter zu finden. Wegen mangelndem Angebot an Linux Zugangssoftware, sieht das Ganze unter Linux schon ein wenig anders aus. Um DSL via Satellit auch unter Linux nutzen zu können, sind einige Vorüberlegungen und eventuell auch Anpassungen notwendig, auf die wir kurz eingehen werden.
Fangen wir bei der, für Satelliten DSL benötigen DVB Karte an. DVB Karten werden oft mit herkömmlichen TV-Karten verwechselt. Diese eigenen sich jedoch nicht zum Empfang von DSL über Satellit. Suchen Sie sich eine passende DVB-Karte unter linuxtv.org heraus. Falls Sie neben der DSL Nutzung, über die Karte noch andere Sachen, wie z.B. DVD schauen wollen, bezahlen Sie lieber ein paar Euro mehr für Ihre DVB Karte.
Neben der DVB Karte benötigen Sie noch einen Linux Treiber. In den aktuellen Linux Versionen sollte dieser bereits enthalten sein. So bringt SUSE bereits ab Version 9.0 einen DVB-Treiber mit. Wird ein älteres Linux verwendet, könnte es erforderlich sein, die Treiber manuell herunterzuladen und selbst in den Kernel einzubinden. Unter linuxdvb.tv finden Sie eine gute Übersicht der Treiber.
Nach dem Einbau der DVB Karte und dem Einrichten der Linuxtreiber, werden zwei weitere Programme benötigt, bevor es mit Satelliten DSL ins Internet gehen kann. Das erste Programm nennt sich "dvbtune" und muss mindestens in der Version 0.5.x oder höher haben. Mit dvbtune legen Sie unter Linux fest, welche der empfangenen Daten aus der Satellitenschüssel für DSL relevant sind. Die zweite benötigte Software, stellt die Verbindung zu Ihrem DSL Anbieter her. Dafür empfiehlt sich unter anderem, die auf ipviasky.com angebotene Software für "T-DSL via Satellit Linux-Proxy".
So nun sind alle Vorbereitungen komplett. Im nächsten Schritt sollten Sie Ihre neue DVB Karte im Linux Betriebssystem aktivieren. Wie das genau geht, ist abhängig vom Linux Derivat welches Sie einsetzen. Nachdem die DVB Karte einsatzbereit ist, starten Sie dvbtune mit den richtigen Parametern für den korrekten Satelliten DSL Empfang. Folgende zwei Parameter sind individuell anzugeben: Frequenz und Multicast-PID. Diese erfragen Sie am besten direkt beim DSL Provider. Beim Parameter Polarisation (p) geben Sie H (für Horizontal) und bei Symbolrate (s) geben Sie 22000 an. Der Parameter -c wird mit 0 übergeben, da Sie (hoffentlich) nur eine DVB Karte im Rechner haben.
Nun wird es Zeit der DVB Karte eine systeminterne IP Adresse zu geben. Das geschieht beispielsweise mit dem Befehl "ifconfig dvb0_0 192.168.2.1" . Die IP Adresse muss anschliessend in die "recv.ini" Datei Ihrer Proxy Zugangssoftware eingetragen werden. Verbinden Sie sich jetzt via ISDN oder Modem zur Einwahlnummer Ihres DSL Anbieters. Nach dem Verbindungsaufbau, starten Sie die Proxy Software, die am Anfang heruntergeladen wurde. Jetzt müssen Sie den Proxy nur noch in Ihrem Browser eintragen. Anschließen surfen Sie (über Proxy) auf die Startseite des Satelliten DSL Betreibers und geben Ihre Zugangsdaten ein. Mit ein wenig Glück empfangen Sie bereits die ersten DSL Datenpakete über Satellit und unter Linux.
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