22.11.2005
Umstritten: Telekom erhält Glasfasernetz-Monopol
Die Telekom plant, bis 2007 mehr als drei Milliarden Euro in den Ausbau des Breitband-Glasfasernetzes VDSL zu investieren. Sie will damit vor allem in Ballungszentren eine Datenübertragungsrate von bis zu 50 Megabit pro Sekunde herstellen und ihre Marktführerschaft wiedergewinnen. Diese hat sie laut der Financial Times im Bereich des DSL-Internetgeschäfts an andere Anbieter verloren.
Im Vorfeld hagelte es bereits Kritik an einer Monopolstellung des Bonner Konzerns gegenüber den DSL-Konkurrenten. Dem Tagesspiegel zufolge forderte die Bundesnetzagentur die Telekom zuvor auf, das geplante Glasfaser-Breitbandnetz für Wettbewerber zu öffnen. Daraufhin drohte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke mit einer Abwanderung seines Konzerns ins Ausland. Gegenüber dem Handelsblatt äußerte er: "Die Telekom hat viele Plätze in der Welt, wo sie investieren kann". Die Telekom wolle in der VDSL Startphase vor der Konkurrenz geschützt werden. Nun soll die Telekom nach dem neuen Koalitionsvertrag für zwei Jahre aus der Regulierungsregelung der EU entlassen werden. CDU und SPD sehen in dem Telekom-Projekt eine sinnvolle Investition vor dem Hintergrund der Fußball-WM 2006. Aus Brüssel hingegen kritisiert die EU-Kommission, dass es keine stichhaltigen Argumente für eine Telekom-Sonderolle gebe. Es handele sich weder um einen neuen Markt noch würden Innovationen gebremst.
Images: © Pixelquelle
