25.4.2006
Fastpath für schnelle Reaktionen
Ärgern Sie sich nicht, wenn die Reaktionszeit des eigenen Charakters beim neuen Onlinespiel einmal wieder nicht ausreicht. Fastpath heißt die Lösung, die alles gut macht und die von einigen Internet-Providern angeboten wird. Was genau ist Fastpath?
Die Reaktionszeiten in einem Onlinespiel sind abhängig von den so genannten Pingzeiten eines Computers. Der Begriff "Ping" steht dabei entweder für "Packet Internet" oder für "Inter-Network Groper". Es handelt sich bei Ping um ein Programm, dass die Erreichbarkeit eines Hosts (sendender UND empfangener Computer eines Netzwerks) überprüft. Dazu schickt es ein kleines Datenpaket zum Host, kommt dieses Datenpaket an, so bekommt das Programm eine Information. Die so genannte Ping-Zeit ist die Zeit, in der Daten zum Host und wieder zurückkommen. Sie ist gerade bei Onlinespielen ein wichtiges Kriterium für Computerbesitzer.
Bei Onlinespielen werden sehr viele Datenpakete getauscht, Schnelligkeit ist also wichtig. Wenn ich etwa bei einem Actionspiel meinen Helden bewege, so ist wichtig, dass mein Befehl möglichst schnell umgesetzt wird. Ansonsten hätte die von mir gespielte Computerfigur mitunter sehr schlechte Karten. Ja umso schneller also die so genannte Ping-Zeit ist, desto schneller reagiert mein Spielcharakter auf meine Eingaben und kann damit beispielsweise in Gefahrensituationen besser reagieren.
Hier kommt Fastpath ins Spiel. Fastpath unterdrückt einen eigentlich sehr sinnigen Schritt bei der Datenübertragung, das so genannte Interleaving. Interleaving ist ein Verfahren, um große Fehler bei der Datenübertragung zu vermeiden. Die einzelnen Datenpakete werden beim Interleaving umsortiert und kommen erst beim Adressaten wieder in die richtige Reihenfolge. Bei diesem Verfahren ist die Chance größer, dass durch Störungen in der Leitung nur kleine und behebbare Fehler bei Daten entstehen. Denn es sind dann zumeist Daten betroffen, die an unterschiedlichen Stellen benötigt werden. Wäre es so, dass Daten mit ähnlichen Aufgaben betroffen sind, so entstünde schnell ein größerer und vielleicht problematischer Fehler. Interleaving ist nützlich, braucht aber Zeit, weil die Datenpakete umsortiert und später wieder in die korrekte Reihenfolge gebracht werden müssen. Damit wird die Ping-Zeit erhöht und das ist schlecht für Onlinespieler. Fastpath schaltet deshalb das Interleaving aus, was bei zumeist störungsfreien Leitungen kein Problem darstellt.
Fastpath kann bei den großen Providern als Zusatz für einen DSL-Anschluss bestellt werden. Allerdings müssen dafür die technischen Voraussetzungen stimmen. Ob das der Fall ist, kann bei den Providern abgefragt werden. Sehr gute, mit Fastpath zu erreichende Ping-Zeiten sind laut Angaben des DSL-Magazins "dsl-magazin" 10 bis 30 Millisekunden. Datenübertragung mit üblicher Interleaving-Einstellung kommt dagegen nur auf Pingzeiten von etwa 70 bis 80 Millisekunden.
