21.May 2012 00:00

4.11.2005

DSL vs. Kabelfernsehen = David gegen Goliath?

Fernsehturm Spricht man über schnelle Internetverbindungen, so meint man zumeist DSL. Dabei ist Internet über das Fernsehkabel durchaus eine Alternative, über die man nachdenken könnte. Internet über das Kabelnetz des Fernsehens ist immer noch die absolute Ausnahme. Laut eines Artikels in der Welt am Sonntag am 17. April 2005 liefen "von den 6,9 Millionen Breitbandanschlüssen Ende vergangenen Jahres 97 Prozent über die DSL-Technologie". Da bleibt für andere Möglichkeiten des Anschlusses an das Internet erst einmal nicht viel Raum.

Das jedoch könnte sich zumindest etwas ändern. Die Financial Times Deutschland sieht das Fernsehkabel für die Zukunft verstärkt als Konkurrent für die DSL-Anschlüsse am Telefonnetz. In ihrem dort veröffentlichten Artikel vom 03. August 2005 sieht die Autorin Kristina Spiller die Kabelbranche noch zersplittert. Sie sieht aber gleichzeitig Zeichen dafür, dass sich die Situation wandelt.

Das Unternehmen iesy, der führende Anbieter von Kabelfernsehen in Hessen, und seine Tochterfirma ish in Nordrhein-Westfalen schließen sich jetzt mit dem Unternehmen Kabelcolumbus zusammen. Damit werden zwei Ebenen des Kabels zusammengeführt. Iesy und ish etwa sind unter anderem Anbieter von Internetzugängen über das TV-Kabel. Unternehmen wie Kabelcolumbus sind Besitzer der so genannten Ebene 4 des Kabelnetzes. Ebene 4 ist die die Schnittstelle dieses Netzes zu den Endverbrauchern, also zu dem Teil des Netzes, das in die Wohnungen, Häuser und Appartements mündet. Ein Zusammenschluss wie der von iesy, ish und Kabelcolumbus vermeidet für die Zukunft komplizierte Verhandlungen zwischen aufeinander angewiesenen Einzelunternehmen.

Große Anbieter für Internetanschlüsse über TV-Kabel sind die bereits erwähnten Unternehmen iesy und ish, daneben Kabel BW für Baden Württemberg, Primacom und der bisher größte Anbieter Kabel Deutschland. Technisch steht Internet über das TV-Kabelnetz den DSL-Anschlüssen über das Telefonnetz nicht nach. Voraussetzung für die Angebote ist ein Kabelanschluss von dem Anbieter, dessen Internetangebot man nutzen möchte. Dann sind mitunter auch theoretische Downloadzeiten von 10.000 kBit/s möglich. Kabel BW beispielsweise bietet einen Tarif mit bis zu 10240 kBit/s für 119,90 Euro im Monat an. Festnetztelefon und WLAN-Router gibt es kostenlos dazu. Kabel Deutschland bietet einen maximalen Download bei seinen Internetanschlüssen von 5600 kBit/s an.

Ish hat maximal 5 MB pro Sekunde im Angebot, bei Kosten von 59,90 Euro im Monat. Nicht jeder kann allerdings jedes Angebot nutzen. Kabel-BW existiert beispielsweise nur in Baden Württemberg als Anbieter von Internetzugängen und das auch nur in bestimmten Städten und Gemeinden. Die Chancen, das jeweilige Internetangebot zu nutzen, sind auch bei anderen Anbietern noch regional beschränkt. Unternehmen wie Kabel BW und Kabel Deutschland bieten deswegen auf ihren Internetseiten folgende Möglichkeit, mit der Angabe der eigenen Adresse kann der potenzielle Kunde prüfen, ob ein Internetzugang über Kabel für ihn möglich ist und welche Angebote er in Anspruch nehmen kann. Dieses können Sie auch einfach auf unserer Seite tun, geben Sie uns Ihre Daten und wir sagen Ihnen, welche Anschluss bei Ihnen verfügbar ist und welcher der günstigste für Sie wäre. Einfach die Onlinesuche ausfüllen und schon geht es los.

Angeboten werden so genannte Volumentarife, bei denen der Download eines bestimmten Quantums an Daten frei ist, oder aber Flatrates, bei denen unbegrenztes Surfen möglich wird. Der Anschluss des Rechners an das Kabel ist einfach und meist problemlos. Solange jedoch TV-Kabel nicht zur Standardausstattung von Wohnungen gehören, wird das über diese Kabel verfügbare Internet dem DSL-Anschluss kaum den Rang ablaufen. Aber David wird stärker. Ob sich sein in der Bibel beschriebener Sieg gegen Goliath wiederholen wird, bleibt dennoch etwas zweifelhaft.